In der FAZ war am Dienstag, 24.4. 2007 ein Artikel von Heinrich Wefing zu lesen, aus dem ich Ihnen einige Zitate nicht vorenthalten möchte:
Überschrift: "... Wie lange sollen die Museumsinselpläne Staatsgeheimnis bleiben?"
Aus dem Text: "...Denn mag die schrille Initiative auch ein abenteuerliches Verhältnis zu den historischen Fakten pflegen - sie hat die richtigen Fragen gestellt. Warum hält die Stiftung Preußischer Kulturbesitz das zentrale Treppenhaus von Stülers Neuem Museum verschlossen, obwohl dessen minimalistische Erneuerung nach Entwürfen ... weitgehend vollendet ist? Und warum wird die Diskussion über die Gestaltung des Eingangsgebäudes, der sog. James-Simon-Galerie zwischen Pergamonmuseum und Lustgarten immer wieder mit dem Hinweis verschoben, ein Entwurf von Chipperfield liege frühestens in ein paar Monaten vor? Das suggeriert, die Formfindung eines Bauwerks sei allein Sache des Architekten, zu leisten in einsamer, mühevoller Arbeit, deren Ergebnis Bauherren und Publikum stumm und geduldig abzuwarten hätten. Das mag für Details ... gelten, für alle entscheidenden Aspekte, Nutzungsfragen, Materialwahl und urbanistischen Standort, gilt es nicht. Soll das Eingangsbauwerk bloß eine komfortable Schleuse für das nach Millionen zählende Publikum werden ? ... Streiten läßt sich aber auch über Fragen der Architektur. Über das immer wieder vorgetragene Argument etwa, von Schinkel bis Messel habe sich jede Zeit mit ihren Formen und Materialien in das Ensemble der Insel eingetragen. Das ist gewiß richtig, aber heißt es auch zwingend, unsere Zeit müsse mit satiniertem Glas bauen...? ... Der pauschale Verweis auf die schöpferische Autonomie jeder Epoche, wie er gerne auch von den Gegnern des Wiederaufbaus von Schlüters Stadtschloß bemüht wird, ignoriert den Umstand, daß alle früheren Bauten auf der Insel in der Tradition der abendländischen Baugeschichte standen. Sie schöpften aus einem gemeinsamen Formenreservoir, das ihnen bei aller Unterschiedlichkeit eine gewisse Verwandtschaft garantierte, während heute, nach dem abrupten Bruch der Moderne mit der Baugeschichte, alle Traditionslinien verwischt sind. ..."
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